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Auch der Bundespräsident weiss bescheid

Weihnachten fällt aus !

Weihnachtsaktionen des VAFK Berlin und Brandenburg zusammen mit dem Vätertreff-Berlin

Es weihnachtet sehr. Allerorts hektisches Treiben auf den Märkten und in den Spielzeugläden. Eltern auf der Suche nach dem Passenden für die Kleinen. Das Fest der Familie naht mit großen Schritten.

An vielen Eltern, besonders Vätern, geht es jedoch vorbei. Für sie ist Weihnachten ein Fest der Traurigkeit. Für ihre Kinder auch. Sie dürfen das Fest nicht gemeinsam verbringen. Kinder und Väter, denen nach Trennung und Scheidung der Eltern der Umgang durch den anderen Elternteil verwehrt wird oder denen die staatlich auferlegte Umgangsregelungen die Weihnachtsfeiertage ausgeschlossen wurden. Jährlich kommen in Deutschland über 100.000 betroffene Kinder hinzu. Eine Million Kinder in 10 Jahren. Für sie fällt Weihnachten mit dem Vater aus.

Diesem gesellschaftlichen Missstand nehmen sich seit Jahren die Mitglieder des Väteraufbruch für Kinder e.V. und des Vätertreff-Berlin an.
In der Vorweihnachtszeit findet man sie an vielen zentralen Stellen in Berlin, von Shoppingpalästen bis zu Weihnachtsmärkten, von politische Einrichtungen, wie dem Familienministerium, bis hin zu den beiden Hauptstadtstudios von ARD und ZDF. Mit Glockengeläut, Lebkuchen und Handzetteln machen sie auf dieses gesamtgesellschaftliche Problem aufmerksam.

In ihren blauen Weihnachtsmannkostümen ziehen sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit magisch an. Treffen an jeder zweiten Ecke betroffene Väter und immer häufiger Grosseltern, die aus dem gleichen Grund, ihre Enkel nicht sehen dürfen. "Was für ein schreckliches kinderfeindliches Land, in dem so etwas möglich ist", hört man immer wieder.  

Vor der Landesvertretung Baden-Württemberg wurde sogar Bundespräsident Horst Köhler auf die blauen „Figuren“, die irgendwie nicht in die Landschaft und Zeit passten, aufmerksam. Spontan informierte er sich über das Anliegen der Väter und zeigte Betroffenheit.

In seiner anschließenden Rede vor Politikern und Medienvertretern im Rahmen einer Veranstaltung in der Landesvertretung betonte der Bundespräsident: "Kinder geben unserem Leben Sinn und Offenheit. Wer das Glück hat, Kinder heranwachsen zu sehen, entdeckt das Leben noch einmal ganz neu. Wer mit Kindern lebt, lernt, gewohnte Dinge in Frage zu stellen - und wird selbst viel von ihnen lernen. Wer selber Kinder hat, trägt Verantwortung über die eigene Lebensspanne hinaus - und lebt in der Erinnerung seiner Kinder fort. Ein Kind ist die einzige Art der Unsterblichkeit, derer wir sicher sein können", zitierte er  Sir Peter Ustinov.

Bleibt zu hoffen, dass diese Worte auch irgendwann in den Köpfen der Politiker, Richter und Jugendamtsmitarbeiter endlich zu einem Umdenken führen. Kinder brauchen beide Eltern !

Auch in den nächsten Tagen bis zum 24. Dezember werden die „blauen“ Weihnachtsmänner durch die Hauptstadt schreiten. Schnee und Kälte trotzend und in der traurigen Gewißheit: Für ihre Kinder und für sie fällt ein gemeinsames Weihnachten aus.

Detlev Grass

06.12.2005

Gespräch mit dem Schauspieler Wolfgang Stumpf vor dem ZDF-Hauptstadtstudio.

 

Ein nicht geplantes Zusammentreffen vor der Landesvertretung von Baden-Württemberg in Berlin.

Nach dem Aussteigen nahm der Bundespräsident nicht den direkten Weg zum Eingang, sondern kam zurück und informierte sich über unsere Anliegen. Hochachtung!