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PAS - Parental Alienation
Syndrome nach Richard A. Gardner
Das Elterliche Entfremdungs Syndrom
Kernphänomen, Syndrom und Diagnostik, Ätiologie
und Therapie, Darstellung, Beurteilung, Bewertung
von Rudolf Sponsel, Erlangen, Approbierter
und zugelassener Psychologischer Psychotherapeut,
Forensischer Psychologe.
1. Einführung: Was ist? Beobachtbares Kernphänomen
und konstruiertes Syndrom
- Das beobachtete Kernphänomen
- Das Syndrom und die Diagnostik
- Wie definiert Richard A. Gardner sein PAS-"Syndrom"?
- Was ist nun ein Syndrom und zu was braucht man den
Syndrom-Begriff?
- Zusammenfassende Kritik: PAS als Syndrom
- Die Lösung des Syndrom-Problems
2. Woher kommt es (Ätiologie, Pathogenese)?
- Grundsätzliche Möglichkeiten und kombinatorische
Überlegungen
- Gardners falscher Ansatz
3. Wie kann man es beheben, ausgleichen, ändern
( Behandlung, Therapie)?
4. PAS in der wissenschaftlichen Literatur
5. Zusammenfassende Bewertung
6. Literatur
1. Einführung: Was ist?
Beobachtetes Kernphänomen
und Konstruiertes Syndrom
1.1 Das beobachtete
Kernphänomen
PAS beruht kurz und bündig auf der Beobachtung
des Kernphänomens, dass ein Kind bei sich trennenden,
scheidenden oder geschiedenen Eltern meist relativ
plötzlich und ohne nachvollziehbare Gründe,
sich von dem umgangsberechtigten Elternteil und dessen
Beziehungspersonen vollständig abwendet und nur
noch mit dem Sorgeberechtigten und dessen Beziehungsumwelt
zu tun haben will. Fast alle familienrechtspsychologischen
GutachterInnen dürften dieses Phänomen kennen;
und mir ist es auch bekannt.
1.2 Das Syndrom und die Diagnostik
1.2.1 Einführung und Vorverständnis der
Grundbegriffe
Zum Vorverständnis möge folgendes Beispiel
dienen: In der Krankheitslehre unterscheidet man u.a.
die Hauptbegriffe Symptom (Zeichen, z. B. Fieber,
Husten, Lichtempfindlichkeit); Syndrom (typisches
Muster von Symptomen, z.B.: 9-11 Tage nach der Ansteckung
fieberhafter Katarrh, Lichtscheu, Schnupfen, kleine
weiße Pünktchen in der geröteten Wangenschleimhaut,
krampfartiger Husten, zunehmendes Fieber, dann nach
ca. 4 Tagen beginnend im Gesicht, Hals, Brust und
sodann am ganzen Körper rote kleine Flecke, danach
Absinken des Fiebers und allmähliches Verblassen),
Diagnose (Masern), Krankheit (Masern), Ätiologie
(Ursache, Grund; im Beispiel Virus-Infektion), Pathogenese
(Entstehung, Entwicklung, Verlauf der Krankheit: siehe
bitte oben bei Syndrom) und Therapie (Ruhe, Wärme,
leichte Lichtabdeckung, keine Umschläge, Fruchtsaft,
keine Milch), Prophylaxe (Vorbeugung: Impfung). Mit
dem Syndrombegriff gibt es zwei Hauptprobleme: (1)
Ein Kernproblem besteht darin, dass nicht immer alle
Symptome gleichermaßen auftreten, so dass nie
ganz klar ist, welche Kombination von Symptomen nun
das Syndrom bedeutet. (2) Ein und dasselbe
Syndrom kann zu verschiedenen Krankheiten gehören,
wie findet man also die richtige Diagnose? Wenden
wir uns nun aber der Syndromfrage zu, wie sie sich
für Gardner stellt.
1.2.2 Syndrom
Aus der Beobachtung des vorher beschriebenen Kernphänomens
wurde von dem amerikanischen Kinder und Jugendpsychiater
Richard A. Gardner das Parental Alienation Syndrome
(PAS) oder - auf deutsch - das elterliche Entfremdungssyndrom
1985 erstmals formuliert; 1987 erschien ein erster
Artikel mit PAS im Titel von ihm und 1992 die erste
Auflage des entsprechenden Buches; 1998 erschien die
2. Auflage, auf die ich mich im folgenden, wenn es
um die aktuelle authentische Meinung Richard A. Gardners
geht, immer beziehen werde. Es ist wichtig, auf Gardners
Originalarbeit zurückzugreifen, weil er nicht
selten von seinen AnhängerInnen in Deutschland
unzulänglich, manchmal sogar falsch, zitiert
und verarbeitet wird.
Eine ganze Reihe von überflüssigen Problemen
sind durch Gardners Bestrebungen entstanden, zusätzlich
zu dem an sich klaren, einfachen und ausreichend beschriebenen
Kernphänomen, noch ein zusätzliches "Syndrom"
zu bilden. Das ist insofern sehr verwunderlich als
man ja jederzeit das Kernphänomen als "Syndrom"
bezeichnen könnte, wenn man denn wollte. Im Grunde
ist nicht erklärt, zu welchem Zweck und auf wen
nun genau bezogen, ein "Syndrom" definiert
werden soll:
a) Zeigt ausschließlich das Kind dieses
"Syndrom"?
b) Zeigt der Elternteil auch einen Teil des
"Syndroms"?
c) Können beide Eltern Teile des "Syndroms"
zeigen?
d) Zeigen Elternteil und betroffenen Kinder
zusammen dieses "Syndrom"?
e) Können es auch Familienangehörige
oder andere Bezugspersonen zeigen?
Tatsächlich bezieht sich Gardners Tabelle auf
Merkmale beim Kind, so daß davon auszugehen
ist, dass das PAS-"Syndrom" von ihm in erster
Linie für eine Kennzeichnung des betroffenen
Kindes gedacht ist. Dieser Ansatz ist sicher problematisch
und wahrscheinlich unzweckmäßig bis falsch,
weil, wie Gardner ja explizit definiert, dieses Syndrom
sowohl durch - wenigstens - eine entfremdende Bezugsperson
als auch durch eigenes Zutun des Kindes zustande kommen
muß, also Ausdruck und Produktion eines Bezugspersonensystems
ist. Das Bezugspersonensystem produziert dieses "Syndrom".
Um in der modernen
Psychotherapiesprache zu sprechen: das Kernphänomen
PAS ist eine multiple, eine systemische Störung.
Weshalb das Kind aktiv mittun muss, bleibt unklar,
wird nicht begründet und ist ebenfalls im Grunde
unverständlich. Wieso soll es nicht Fälle
geben, bei denen das Kernphänomen des Parental
Alienation Syndrome (PAS) ohne aktives Zutun des Kindes
bei ihm induziert und hergestellt wird.
1.2.3 Wie definiert
Richard A. Gardner sein PAS-"Syndrom"?
Wilfried von Boch-Gallhau unter Berufung auf Gardner
beschreibt die Syndromelemente wie folgt:
"Professor Gardner beschreibt acht hauptsächliche
Manifestationen bei PAS. Diese können in Stärke
und Ausprägung variieren. Nicht jedes Kind zeigt
alle angeführten Symptome. Es wird zwischen schwacher,
mittelstarker und hochgradiger Form des PAS unterschieden,
was für die Art der notwendigen rechtlichen und
psychologischen Interventionen von Bedeutung ist.
1. Zurückweisungs-
und Verunglimpfungskampagne
Frühere, schöne Erlebnisse mit dem abgelehnten
Elternteil werden fast ständig ausgeblendet.
Der abgelehnte Elternteil wird ohne große Verlegenheit
und Schuldgefühle abgewertet, als böse und
gefährlich beschrieben, sozusagen zur 'Unperson'
gemacht. Die Kinder geraten bei ihren Schilderungen
in eine große innere Anspannung und können
bei näherem Befragen meist nichts konkretisieren.
Sie sagen dann oft: 'Es ist so, ich weiß es.'
2. Absurde
Rationalisierungen
Die Kinder produzieren für ihre feindselige Haltung
irrationale und absurde Rechtfertigungen, die in keinem
realen Zusammenhang mit tatsächlichen Erfahrungen
stehen. Alltägliche Ereignisse werden zur Begründung
herangezogen. 'Er hat oft so laut gekaut' oder 'Sie
hat mich nicht warm genug angezogen,' 'Sie will immer,
dass wir sagen, wozu wir Lust haben' u. ä.
3. Fehlen
von normaler Ambivalenz
Beziehungen zwischen Menschen sind immer ambivalent.
An einem Menschen gefällt mir dieses, jenes aber
nicht. Bei PAS-Kindern ist ein Elternteil nur gut,
der andere nur böse. Unrealistischerweise wird
der eine nur weiß, der andere nur schwarz gezeichnet.
Dieses Phänomen ist bei PAS besonders typisch
und muss den Befragenden hellhörig machen.
4. Reflexartige
Parteinahme für den programmierenden Elternteil
Bei Familienanhörungen wird reflexartig, ohne
Zögern und ohne jeden Zweifel für den betreuenden
Elternteil Partei ergriffen, oft noch bevor dieser
überhaupt etwas gesagt hat. Auch hier können
die Vorwürfe auf entsprechendes Nachfragen oft
nicht konkretisiert werden.
5. Ausweitung
der Feindseligkeit auf die gesamte Familie und das
Umfeld des zurückgewiesenen Elternteils.
Großeltern, Freunde und Verwandte des außerhalb
lebenden Elternteils, zu denen das Kind bisher eine
warme und herzliche Beziehung unterhielt, werden plötzlich
ohne plausiblen Anlass ebenso feindselig abgelehnt,
wie der außerhalb lebende Elternteil selbst.
Dies wird mit ähnlich absurden und verzerrten
Begründungen gerechtfertigt. Das Kind befindet
sich dabei häufig in einer tiefen inneren Spannung
und Zerrissenheit.
6. Das Phänomen
der 'eigenen Meinung' und des 'eigenen Willens'
In PAS-Familien wird der 'eigene Wille' und die 'eigene
Meinung' vom betreuenden Elternteil besonders hervorgehoben.
PAS-Kinder wissen schon mit drei oder vier Jahren,
dass alles was sie sagen, ihre eigene Meinung ist.
Die programmierenden Eltern zeigen sich besonders
stolz darauf, wie unabhängig und mutig ihre Kinder
sich trauen zu sagen, was sie denken. Oft werden die
Kinder aufgefordert, auf jeden Fall "die Wahrheit"
zu sagen. Die erwartete Antwort kommt dann auch mit
Sicherheit, denn kein Kind kann die Enttäuschung
des betreuenden Elternteils riskieren, von dem es
ja abhängig ist. An diesem Punkt zeigt die Programmierung
ihre fatalen Folgen: Die Kinder haben verlernt, ihrer
eigenen Wahrnehmung zu trauen und sie zu benennen.
Die doppelten, widersprüchlichen Botschaften
(double-bind messages), die sie erhalten, können
sie nicht erkennen und nicht auflösen: 'Geh mit
deinem Vater / Mutter (verbal), aber wehe du gehst!
(nonverbal)' - Das macht verrückt.
7. Abwesenheit
von Schuldgefühlen über die Grausamkeit
gegenüber dem entfremdeten Elternteil.
Die betroffenen PAS-Kinder haben keine Schuldgefühle,
sie unterstellen, der abgelehnte Elternteil sei gefühlskalt,
leide nicht unter dem Kontaktverlust zu seinem Kind
und es geschehe ihm nur recht, keinen Kontakt mehr
zu haben. Gleichzeitig werden finanzielle Forderungen
und Ansprüche ohne Skrupel angemeldet, die Kinder
empfinden dies 'als ihr gutes Recht'. Dankbarkeit
zeigen sie nicht.
8. Übernahme
'geborgter Szenarien'
PAS-Kinder schildern teilweise groteske Szenarien
und Vorwürfe, die sie von den betreuenden Erwachsenen
gehört und übernommen, aber nicht mit dem
anderen Elternteil selbst erlebt und erfahren haben.
Meist genügt die Nachfrage 'Was meinst du damit?',
um festzustellen, dass das Kind gar nicht weiß,
wovon es spricht. Einem Vater wurde anlässlich
eines Schwimmbadbesuches z. B. vorgeworfen, er hätte
das Kind fast ertrinken lassen - also ein völlig
unverantwortlicher und ungeeigneter Vater zu sein."
Syndrom-Tabelle
[FN01]
|
Symptomatik
|
leicht
|
mittel
|
schwer
|
| Verunglimpfungskampagne |
minimal |
mittel |
beträchtlich |
| Schwache, leichtfertige
oder minimal absurde Rationalisie- rungen
der Verunglimpfung |
minimal |
mittel |
multiple absolute
Rationalisierungen |
| Fehlende Ambivalenz |
normale Ambivalenz |
keine Ambivalenz |
keine Ambivalenz |
| Phänomen "eigenständiges
Denken" |
in der Regel nicht
vorhanden |
vorhanden |
vorhanden |
| Reflexive Unterstützung
des entfremdenden Elternteils |
minimal |
vorhanden |
vorhanden |
| Fehlende Schuldgefühle |
normales Schuldgefühl |
geringes bis kein
Schuldgefühl |
kein Schuldgefühl |
| "Entliehende Szenarien" |
minimal |
vorhanden |
vorhanden |
| Ausweitung der
Feindseligkeiten auf die erweiterte Familie des
entfremdeten Elternteiles |
minimal |
vorhanden |
beträchtlich,
oft geradezu fanatisch |
| Übergangsschwierigkeiten
während der Besuchszeiten |
mormalerweise
nicht vorhanden |
mittlere Ausprägung |
beträchtlich,
Besuch oft unmöglich |
Verhalten während
der
Besuchszeiten. |
gut |
Zeitweise Antagonistisch
und provozierend |
Keine Besuche
oder destruktives Verhalten und anhaltende Provokation |
| Bindung zum entfremdenden
Elternteil |
Stark, gesund |
Stark, leichte
bis mittlere pathologische Ausprägung |
Stark pathologische,
oft paranoide Bindung |
| Bindung zum entfremdeten
Elternteil |
Stark, gesund
oder leicht pathologisch |
Stark, gesund
oder leicht pathologisch |
Stark, gesund
oder leicht pathologisch |
1.2.4 Was ist nun ein Syndrom und zu was braucht
man den Syndrom-Begriff?
Die Idee und Schöpfung des Syndrombegriffs beruht
auf der Beobachtung, dass bestimmte Störungen
und Krankheiten ein typisches Symptommuster zeigen:
"Treten bestimmte Symptome immer wieder gemeinsam
auf, ohne dass man den Grund, die gemeinsame Ursache
kennt, so spricht man auch heute von einem Syndrom."
(Hartmann 1959, S. 152). "Syndrome sind Komplexe
von Symptomen, die häufig zusammen beobachtet
werden und irgendwie ihrem Wesen nach zusammenhängen."
[FN02] "Eine Syndromatologie
psychischer Störungen hat daher von dem gemeinsamen
Auftreten von Symptomen ohne Rücksicht auf deren
Entstehungsbedingungen ... auszugehen." [FN03]
"In der klinischen Erfahrung trifft man wiederkehrende
typische 'klinische Bilder' an, konstelliert durch
häufig im Zusammenhang (im Verband) auftretende
Symptome." [FN04]
"Die triviale Eigenschaft von Syndromen ist,
dass sie Gruppen von Symptomen darstellen. Das Gemeinsame
dieser Symptome ist die Tatsache, dass sie ein typisches
Muster bilden, eine häufig auftretende empirische
Konstellation. Im Sinne des medizinischen Krankheitsbegriffes
ist ein Syndrom die Folge eines krankhaften Prozesses,
der sich im Beobachtbaren eben durch die ihn kennzeichnende
Gruppe von Symptomen manifestiert. In der Körpermedizin
kann dieser Kausalzusammenhang häufig durch anatomisch-physiologische
Untersuchungen nachgewiesen werden. In der Psychiatrie
dagegen ist die Ursache einer Störung - abgesehen
von den exogenen Psychosen - meist Gegenstand von
Kontroversen und liegt ausserhalb des beobachtbaren
Bereichs. Eine Syndromatologie kann sich dann ausschliesslich
auf das mehr oder weniger häufige Zusammenauftreten
von Symptomen und anderen Sachverhalten abstützen.
Wir wollen deshalb für unsere Zwecke ein Syndrom
als nichts anderes definieren, als eine Gruppe (häufig)
zusammenauftretender Symptome." [FN05]
Ein Problem in der Praxis ist nun: Viele Störungen
oder Krankheiten produzieren Symptome oder Syndrome
nicht immer und beständig, sondern die relativen
Häufigkeiten schwanken. Es ist von daher gesehen
faktisch sehr schwierig, eine Störung oder Krankheit
eindeutig und klar zu definieren. Es stellt sich die
Frage: Was tut man also im Einzelfall, wenn ein Symptom
oder ein Syndrom fehlt? Die internationalen Diagnosesysteme
haben das Problem so gelöst, dass sie eine Menge
relevanter Kriterien festlegen und aus diesen eine
minimale Auswahl verlangen, z. B. das DSM IV für
Borderline Störungen ein Minimum von 5 aus 9
Kriterien [FN06]. Man
kann über den Sinn dieser Methode streiten. Tatsache
ist, dass die großen internationalen Diagnosesysteme
oben aufgezeigtes Problem der Symptomfluktuation und
Bedeutung kennen und dafür eine praktische Lösung
geschaffen haben, wie sinnvoll oder fragwürdig
diese im einzelnen auch immer sein mag.
1.2.5 Zusammenfassende
Kritik: PAS als Syndrom
Richard A. Gardner, obwohl er für das DSM V einen
Vorschlag ausarbeiten soll, ignoriert dieses Problem
und die Aufgabe. Er definiert zwar drei Ausprägungen
seiner PAS-Syndrom Konstruktion, aber er definiert
keine Zuordnungsbedingungen, so dass sich hieraus
zwingend ergibt: 1) Es müssen immer
alle 8 von 8 Bedingungen erfüllt sein und das
ist 2) unrealistisch, untypisch und
nicht im Einklang mit den Regeln der großen
internationalen Diagnosesysteme. Man darf getrost
den Schluss ziehen: der Psychoanalytiker Richard A.
Gardner hat überhaupt kein theoretisches Fundament,
kein methodologisch begriffliches Repertoire und kein
Problembewusstsein zum Syndrombegriff. Der Witz daran
ist, dass meines Erachtens die ganze Syndromdebatte
weitgehend künstlich und überflüssig
ist. Das ist insofern schade, weil die bedeutsame
Leistung Richard A. Gardners, die Bedeutung des PAS-Kernphänomens
herausgearbeitet und international bekannt gemacht
zu haben, dadurch zu sehr in Nebenschauplatzdebatten
aufgerieben und das Wesentliche aus dem Auge verloren
werden könnte.
1.2.6 Die Lösung
des Syndrom-Problems
Die Lösung des Syndrom-Problems ist ganz einfach,
wenn man sich auf das wesentliche Kernphänomen
beschränkt. Ich mache daher folgenden Definitionsvorschlag:
Ein PAS-Kernsyndrom liegt vor, wenn ein Kind bei sich
trennenden, scheidenden oder geschiedenen Eltern -
meist - relativ plötzlich und ohne nachvollziehbare
Gründe, sich von dem umgangsberechtigten Elternteil
und dessen Beziehungspersonen nahezu vollständig
abwendet und nur noch mit dem Sorgeberechtigten und
dessen Beziehungsumwelt zu tun haben will
Unterschiedliche Entwicklungen und Varianten ergeben
sich durch:
1) Plötzlichkeit der Abwendung
2) Nicht nachvollziehbare Gründe
3) Ausmaß der Abwendung
Hier ist noch sehr viel Forschungsarbeit zu leisten,
insbesondere was die Gründe einer solchen Entwicklung
betrifft. Daher sollen nunmehr zunächst die grundsätzlichen
Möglichkeiten erörtert werden.
2. Woher kommt es (Ätiologie, Pathogenese)?
Vom (PAS-) Syndrom zum Befund der Diagnose und Krankheit
2.1 Grundsätzliche
Möglichkeiten und kombinatorische Überlegungen
Für unser Elterliches Entfremdungs-Syndrom stellt
sich grundsätzlich auch die familienrechtspsychologisch
entscheidende Frage, wenn geklärt sein sollte,
dass PAS vorliegt: was bedeutet es, welche "Krankheit"
drückt es aus: (a) Fehlverhalten des Sorgeberechtigten,
(b) Fehlverhalten des Umgangsberechtigten,
(c) Fehlverhalten des Kindes, (d) Fehlverhalten
anderer Bezugspersonen und (e) andere bislang
unbekannte Faktoren und Gründe oder eine Kombination
der möglichen Faktoren a) bis e)? Insgesamt gibt
es dann nach den Regeln der Kombinatorik für
das Kernproblem folgende 32 Möglichkeiten [FN07]:
| 01: a |
02: b |
03: c |
04: d |
05: e |
| 06: a+b |
07:
a+c |
08: a+d |
09: a+e |
10: b+c |
| 11: b+d |
12: b+e |
13: c+d |
14: c+e |
15: d+e |
| 16: a+b+c |
17: a+b+d |
18: a+b+e |
19: a+c+d |
20: a+c+e |
| 21: a+d+e |
22: b+c+d |
23: b+c+e |
24: b+d+e |
25: c+d+e |
| 26: a+b+c+d |
27: a+b+c+e |
28: a+b+d+e |
29: a+c+d+e |
30: b+c+d+e |
| 31: a+b+c+d+e |
32:
keine Kombination trifft zu / liegt vor („Fehldiagnose"). |
Das eigentliche und
wirklich wichtige Problem der Diagnose eines Parental
Alienation Syndrome (PAS) ist, wie man sieht, gar
nicht die Syndrom-Definition, sondern die Ätiologie
(Ursache, Gründe) und Pathogenese (Entstehung,
Entwicklung, Verlauf). Für Richard A. Gardner
und besonders für seine unkritischen AnhängerInnen
und PropagandistInnen in Deutschland existiert die
kombinatorische Kausalproblematik nicht und dies zeigt
schon, wie es um die Wissenschaftlichkeit dieses Ansatzes
bestellt ist.
2.2 Gardners
falscher Ansatz
Schon die Sprache Gardners setzt völlig falsche
Akzente: Sein wesentliches Erklärungskonzept
besteht darin, aufgrund einer besonderen Bindung [FN08]
zwischen dem entfremdenden Elternteil und dem Kind
so etwas wie eine Programmierung oder Gehirnwäsche
anzunehmen.
Die gesamte deutsche Anhängerschaft R. A. Gardners
beruft sich kritiklos auf dieses Dogma [FN09].
Der nichtsorgeberechtigte oder nicht dauerhaft bzw.
hauptsächlich residente Elternteil und andere
Bezugspersonen wie auch sonstige Umstände spielen
von vorneherein überhaupt keine Rolle. Wie eine
solche wissenschaftlich noch nicht genügend erforschte
Theorie so problemlos Eingang in obergerichtliche
und höchste Urteile finden kann, ist schwer nachvollziehbar.
Abgesehen von der psychologisch und psychopathologisch
fehlerhaften Wortwahl, ergeben sich hierbei in der
Rezeption des PAS immer wiederkehrende Ungereimtheiten,
was PAS ist und nicht ist oder sein soll. In der Neuauflage
schreibt er, dass es geradezu wesentlich zu seinem
PAS gehört, dass die PAS Kinder einen eigenständigen
Anteil einbringen. Außerdem macht er noch einmal
deutlich, dass PAS nicht mit Gehirnwäsche und
Programmierung gleichgesetzt werden darf. In der Einleitung
zu seinem Buch nimmt R.A. Gardner zu einigen aktuellen
Problemen und Missverständnissen Stellung (1998,
p. xx), u.a.:
"THE PARENTAL ALIENATION SYNDROME IS NOT THE
SAME AS PROGRAMMING
("BRAINWASHING")
It has come as a surprise to me from reports in both
the legal and mental health literature that the definition
of the PAS is often misinterpreted. Specifically,
there are many who use the term as synonymous with
parental "brainwashing" or "programming."
No reference is made to the child's own contributions
to the victimization of the targeted parent. Those
who do this have missed an extremely important point
regarding the etiology, manifestations, and even the
treatment of the PAS. The term PAS refers only to
the situation in which the parental programming is
combined with the child's own scenarios of disparagement
of the vilified parent."
Das Vokabular "Gehirnwäsche" und "Programmierung"
ist aus mehrfachen Gründen abzulehnen:
1. Programmieren ist bewusste, rationale
Tätigkeit
2. Gehirnwäsche ist eine bewusste
radikale Manipulation des Denkens und der Einstellung
3. a) Damit wird eine
ausschließliche Zentrierung auf den sorgeausübenden
Elternteil vollzogen und andere Faktoren, die b)
im Kind, c) beim nichtsorgeausübenden
Elternteil, d) bei anderen Bezugspersonen,
e) oder andere, z. B. situative Faktoren,
liegen, vorweg ausgeschlossen.
4. die Beeinflussungsmethoden verlaufen
nicht selten unbewusst
Ich schlage stattdessen
den neutralen Ausdruck unangemessene Beeinflussung
unterschiedlicher Herkunft vor.
Bisher jedenfalls hat die Darstellung des PAS ganz
eindeutig dazu geführt, dem sorgeausübenden
Elternteil die alleinige Hauptverantwortung für
die Entstehung einer ziemlich plötzlichen und
vollständigen Abwendung des Kindes vom nicht-
sorge- ausübenden Elternteil zuzuschieben, was
letztlich nur darauf hinausläuft, die Machtverhältnisse
umzukehren und neue Feindbilder und Verhärtungen
aufzubauen. Diese Einseitigkeit der Darstellung findet
sich in nahezu sämtlichen Veröffentlichungen
der PAS-AnhängerInnen. Beispielhaft und typisch
nach Boch-Gallhau (1999):
"Beim PAS bewirken im wesentlichen drei Faktoren
die aggressive Zurückweisung eines Elternteils
und die Übernahme der ablehnenden Gefühle
des betreuenden Elternteils durch das Kind in (vgl.
U. Kodjoe / P. Koeppel: 'The Parental Alienation Syndrome'
DA 1/98):
- Die teils bewusste, teils unbewusste Manipulation
und Programmierung des Kindes durch den Elternteil,
mit dem es ständig zusammenlebt mit dem Ziel,
die Liebe des Kindes zum anderen Elternteil zu zerstören
und diesen aus dem Leben des Kindes auszugrenzen.
- Das Kind gerät in einen schweren Loyalitätskonflikt
und schlägt sich aus Abhängigkeit auf die
Seite des Elternteils, mit dem es zusammenlebt und
auf den es angewiesen ist. ("Wes' Brot ich eß,
des' Lied ich sing.") Der andere wird gefühlsmäßig
abgespalten.
- Vor dem Hintergrund von Negativdarstellungen und
Abwertungen des außerhalb lebenden durch den
betreuenden Elternteil übernimmt das Kind dessen
Darstellungen und seine negativen Gefühle, macht
sie zu seinen eigenen und entwickelt daraus manchmal
sogar noch eigene Geschichten und Szenarien, die noch
über die Darstellung des manipulierenden Elternteils
hinausschießen. Häufig werden Dinge ausgesagt,
die nachweislich gar nicht stattgefunden haben.
- Äußere Lebensbedingungen, finanzielle
Möglichkeiten, Wegziehen in eine andere Stadt
oder ins Ausland, systematische Entfremdung durch
Umgangsvereitelung, Verstärkung bei der Programmierung
durch Angehörige können schließlich
die Eltern-Kind-Entfremdung unterstützen und
das Feinbild-Syndrom beim Kind fixieren.
- Es kommt zu einer stabilen Koalition zwischen Kind
und ständigem Elternteil, so dass dieser schließlich
gar nicht mehr aktiv zu sein braucht. Teilweise nimmt
die Ablehnung die Form von Ritualen an, wie es sehr
gut in dem oben genannten Artikel von W. Klenner (1995)
beschrieben wird:"
Die Rolle, Funktion,
Agieren und Beziehungsgeschichte zwischen Kind und
dem nichtsorgeausübenden Elternteil sind in dem
Erklärungssystem vollständig verschwunden.
Diese Abspaltung ist wohl ein einmaliges und außerordentliches
Phänomen, das mit Wissenschaft nicht in Einklang
gebracht werden kann. Hier spielen zwei Faktoren hinein:
(1) die bisherige Ohnmacht des Rechts
und der Nichtsorgeausübenden und (2)
die teilweise hemmungs- und verantwortungslose Ausnutzung
der Macht- und Beeinflussungsverhältnisse einiger
Sorgeausübender gegenüber den Nicht-Sorgeausübenden.
3. Wie kann man es beheben, ausgleichen, ändern
(Behandlung, Therapie)?
Bevor man eine Störung sinnvoll beheben kann,
muss man wissen, worin sie genau besteht, wie sie
genau entstanden und aufrechterhalten wird und welche
Möglichkeiten der Einflussnahme es gibt. Diese
schwierigen Fragen stellen sich für Gardner und
seine AnhängerInnen nicht mehr, da die/der Allein-Schuldige
identifiziert ist als die / der überwiegend die
Sorge ausübende. Diese Fälle mit überwiegender
Schuld der / des überwiegend die Sorge ausübenden
gibt es wohl, was aber ist mit den Fällen, in
denen, die Nicht-Sorgeausübenden den Umgang missbrauchen,
(1) indem sie an der Sorgeausübung
"arbeiten" und das Kind in schwere Loyalitätskonflikte
stürzen; (2) indem sie dem Kind
ständig ihre Sicht der Dinge unnachgefragt aufdrängen;
(3) indem sie dem Kind voreilig die
Akzeptanz und positive Wertschätzung ihrer neuen
Partner- und Familiensituation aufdrängen; (4)
indem das Kind missbraucht wird, um die Partnergeschichte
aufzuarbeiten; (5) indem das Kind vernachlässigt
und abgeschoben wird? Auf die Kinder wird überhaupt
nicht mehr die geringste Rücksicht genommen.
Die neue Ideologie heißt: Der Umgang ist immer
gut für das Kind und muß unter allen Umständen
erzwungen werden, nötigenfalls mit einer Änderung
des Sorge- bzw. des Aufenthaltsbestimmungsrechtes.
So empfiehlt Gardner folgende Maßnahmen:
| Intervention
[FN10] |
leicht |
mittel |
schwer |
Gerichtliche
Intervention
|
Alleinige
elterliche
Sorge bleibt beim entfremdenden Elternteil
|
Plan
A (üblich)
1. Elterliche Sorge verbleibt beim entfrem- denden
Elternteil
2. Bestellung eines Therapeuten oder Mediators
bzw. Verfahrens-/ Umgangspflegers
3. Sanktion: a) Geld,
b) Hausarrest,
c) Beugehaft
Plan B (gelegentlich
erforderlich)
1. Übertragung der elterlichen Sorge auf den
entfremdeten Elternteil
2. Äußerst beschränkte und überwachte Besuche
durch den ehemals entfremdenden Elternteil
|
1.
Sorgerechtsübertra- gung auf den entfrem- deten
Elternteil
2. Gerichtlich
angeordnete Intervention der Übergangsörtlichkeit
|
Umgangs-
und Verfahrenspflege Therapie
Mediation
|
in der Regel
nicht kurativ, jedoch präventiv indiziert
|
Plan
A (üblich)
Intervention eines Therapeuten, Mediators bzw.
Verfahrenspflegers
Plan B
(gelegentlich erforderlich)
überwachte Intervention der Übergangsörtlichkeit
|
Durch
Verfahrens-/ Umgangspfleger bzw. Therapeuten/
Mediator überwachte Intervention der Übergangsörtlichkeit
|
4. PAS in der wissenschaftlichen Literatur
PAS in den deutschen
und internationalen Literatur-Datenbanken
Untersucht wurden die für Deutschland wichtigsten
Literaturdatenbanken Psyndex, PsycLIT und Medline.
PsycLIT
In der international bedeutsamen amerikanischen Literaturdatenbank
PsycLIT gab es bis Ende Juni 1999 insgesamt 16 Einträge
mit insgesamt 14 echt verschiedenen zum Suchbegriff
Parental Alienation Syndrome (PAS), nämlich (nach
Zeitaktualität sortiert von oben nach unten):
Gardner, Richard A. (1999). Rooney, Shelley A.; Walker,
Todd F. (1999). Lowenstein, L. F. (1998). Gardner,
Richard A. (1998). Gordon, Robert M. (1998). Faller,
Kathleen Coulborn (1998). Rand, Deirdre Conway (1997,
I, II). Lund, Mary (1995). Turkat, Ira Daniel (1994).
Hysjulien, Chery; Wood, Barbara; Benjamin, G. Andrew
H. (1994). Dunne, John; Hedrick, Marsha (1994). Stahl,
Philip Michael (1994). Cartwright, Glenn F. (1993).
Palmer, Nancy R. (1988).
Psyndex
Im Psyndex, der deutschen psychologischen wissenschaftlichen
Literaturdatenbank findet sich bis 09/1999 (geführt
ab 1977) insgesamt nur ein einziger Eintrag: Ward,
P.; Campbell-Harvey, J. (dt. 1998; orig. 1993).
Medline
In der englisch-sprachigen internationalen medizinischen
Literaturdatenbank MEDLINE findet sich bis 09/1999
auch nur ein einziger Artikel: Price, JL; Pioske,
KS (1994).
Insgesamt finden sich
in den drei wichtigen internationalen Datenbanken
bislang wenig Veröffentlichungen; eine kritische
Auseinandersetzung hat noch gar nicht stattgefunden.
In Deutschland liegen inzwischen erste kritische Arbeiten
vor (Gerth, U. [1998]; Salzgeber, J. & Stadler,
M. [1998]; Stadler, M. & Salzgeber, J. [1999];
Salzgeber, J.; Stadler, M.; Schmidt, Sabine M. &
Partale, C. [ 1999]). Von daher muß es außerordentlich
verwundern, dass PAS bereits in obergerichtlichen
Urteilen in einer Weise zitiert wird als handele es
sich um fundierte, allgemein wissenschaftlich akzeptierte
Erkenntnisse.
5. Zusammenfassende
vorläufige Bewertung (11/1999)
Das Parental Alienation Syndrome (PAS) des Psychiaters
Richard A. Gardner geht aus von einem sehr wichtigen
und richtigen Kernphänomen, nämlich der
Beobachtung, dass ein Kind bei sich trennenden, scheidenden
oder geschiedenen Eltern meist relativ plötzlich
und ohne nachvollziehbare Gründe, sich von dem
nicht-sorgeausübenden Elternteil und dessen Beziehungspersonen
vollständig abwendet und nur noch mit dem Sorgeausübenden
und dessen Beziehungsumwelt zu tun haben will. Gardner
meint für dieses Phäomen ein Syndrom gefundenen
zu haben, beschreibt es, versucht es zu erklären
und macht Vorschlage zu seiner Behebung. Hierzu ist
kritisch zu bemerken: Das Konzept ist (1)
in seiner syndromalen Konstruktion problematisch und
differentialdiagnostisch unausgegoren; (2)
von grundlegenden, einengenden, einseitigen und damit
falschen Annahmen und nicht begründeten empirischen
Fakten getragen; (3) extrem parteiisch
gegen die Sorgeausübenden und unkritisch für
die Nichtsorgeausübenden; (4) in
der "rechtspsychologisch-therapeutischen"
Anwendung in sich unlogisch und widersprüchlich,
wenn der Sorgeausübende seinerseits zum PAS-Fall
gemacht werden kann; (5) einige Empfehlungen
verkennen das Prinzip und Gebot der Verhältnismäßigkeit
der Mittel; (6) die unkritische Anwendung
dieses Konzeptes ist damit familien-rechtspsychologisch
und für das Kindeswohl außerordentlich
gefährlich, besonders wenn es
von missionarischen ParteigängerInnen angewendet
wird. Wie so vieles enthält die Idee aber etwas
Wahres und Nützliches, das im Einzelfall zum
Nutzen des Kindeswohls hilfreich sein kann. Hier ist
die Spreu vom Weizen zu trennen und vor allem darauf
zu achten, das Kind nicht mit dem Badewasser auszuschütten.
PAS-Fälle kommen sehr wahrscheinlich vor, wenn
auch weit weniger oft in der propagierten Einseitigkeit,
mit der die neuen MissionarInnen inzwischen auftreten
und die Öffentlichkeit wie die Gerichte verwirren
und verunsichern.
Die falschen PAS Dogmen lauten: (1)
Ein PAS liegt hauptsächlich an einer Art programmierenden
Gehirnwäsche des Sorgeausübenden. (2)
Der Umgang mit dem nichtsorgeberechtigten Elternteil
ist langfristig für das am Lebenswohl gemessene
Kindeswohl immer am besten. (3) Die
kindliche Seele und Entwicklung ist durch nichts zu
erschüttern und jede Zwangsmaßnahme ist
dem Kind zumutbar, weil es doch langfristig betrachtet
von einer aufrechterhaltenen Bindungsbeziehung zu
beiden Eltern am meisten profitiert.
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Symptome. Weinheim: Beltz.
Fuß/Endoten
[FN01]
Tabelle 1 entnommen aus dem Artikel "Maßnahmen
und Empfehlungen für das Umgangsverfahren im
Blickfeld einer
Differentialdiagnose bei Parental Alienation Syndrom
(PAS) unterschiedlicher Ausprägung in Anlehnung
an Gardner (1992/1997)
von W. Leitner / R. Schoeler in: Der Amtsvormund,
Nov./Dez./1998, S.886
[FN02] Bleuler (1983),
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[FN03] Lexikon der Psychiatrie,
Stichwort "Syndrom", S. 508.
[FN04] C. Scharfetter
(1976), S-. 99
[FN05] Weber, A. (1984,
S. 102).
[FN06] Im Vorgänger
DSM III verlangte man nur 5 aus 8. Damit wurden per
methodologischem Beschluss 56 Äquivalenzklassen
von
Borderlinestörungen definiert. Inzwischen sind
es ohne jede Begründung 126 geworden, ein typisches
unwissenschaftliches
Vorgehen in den großen internationalen Diagnosesystemen.
[FN07] Folgt der Summation
der Eulerschen Formel: (n über i), hier (5 über
1) =5, (5 über 2) = 10, (5 über 3) = 10
(5 über 4) = 5, (5
über 5) =1, ergibt zusammen 31 Möglichkeiten
plus 1 Möglichkeit Fehldiagnose = 32.
[FN08] Obwohl der Psychoanalytiker
Richard A. Gardner ein entschiedener und traditioneller
Bindungstheoretiker ist, kennt er offenbar
weder die traditionelle noch die neuere Bindungsliteratur.
Diese Tatsache wird von den deutschen ParteigängerInnen
um
Fthenakis oder Jopt und ihren AnhängerInnen -
meist im Umfeld parteilicher Vater-Interessengruppierungen
-, die dem
Bindungskonzept sehr kritisch bis ablehnend gegenüberstehen,
gern verschwiegen.
[FN09] So z. B.: Klenner
(1995, S. 1532): "Nach Gardner nimmt dabei das
"Brainwashing", also die Gehirnwäsche
durch den das Kind
festhaltenden Elternteil, eine zentrale Stellung ein."
Leitner & Schoeler (1998, S. 850) sprechen von
"bewusster oder unbewusster
Programmierung", wobei man sich fragen kann,
wie sich eine Programmierung mit unbewussten Vorgängen
vertragen soll.
[FN10] Gardner (1998,
p. Addendum II). Dt. in Leitner & Schoeler 1998,
S. 886, zitiert auch in Boch-Gallhau (Inte-rnet. Mild,
mittel,
schwer beziehen sich auf das dubiose PA-Syndrom.
[FN11] In diesem Buch
ist Gordon's Arbeit die einzige zum PAS.
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