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KOMMENTAR: Rechtlose
Väter
MARTIN
HOFMANN
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Kinder, Kinder - um Euer Wohl
zerbrachen sich die obersten Richter dieser Republik
mindestens drei Monate lang die Köpfe. Helfen wird Euch ihr
Urteil allerdings wenig. Denn bei Ehen ohne Trauschein hängt
es weiter allein von der Mutter ab, ob und welche Rolle Eure
Väter während der Kinder- und Jugendzeit spielen.
Natürlich hat das Gericht Recht, wenn es ein
Gezerre um die Wahl der Schule oder den Wohnsitz vermeiden
will. Doch aus solchen Gründen hat der Gesetzgeber ja den
Ehepartnern auferlegt, gemeinsam für die Kinder Sorge zu
tragen. Und diese Reform hat sich weitgehend bewährt, vor
allem für die Nachkommen. Sie werden lange nicht mehr so
vehement in den schmerzhaften Trennungsprozess hineingezogen.
Selbst der Streit um Unterhalt und Aufenthalt bei einem
Elternteil lässt sich häufig zu Gunsten des Nachwuchses
beilegen. Dass Kinder nun weiter darunter leiden
sollen, dass ihre Eltern sich nicht getraut haben, kann
deshalb nicht richtig und gerecht sein. Die Richter scheinen
dies bemerkt zu haben. Sonst hätten sie nicht betont, dass
ihre Entscheidung nur vorläufig gilt. Sie hätten sich aber
gerade der vom Urteil betroffenen 820 000 Kinder wegen
eindeutig auf ihre Seite schlagen müssen. Die meisten Väter
wollen sich nicht davonschleichen, sondern Verantwortung für
ihre Sprösslinge übernehmen. Gesetze dürfen ihnen diese ernste
Absicht nicht länger verwehren.
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Erscheinungsdatum: Donnerstag 30.01.2003 |
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Donnerstag 30.
Januar 2003 | |
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