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Keine Sorge

Von Katharina Sperber


Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt Väter, die mit der Mutter ihrer Kinder nie verheiratet waren und sich auch nach der Trennung von der einst geliebten Frau verantwortungsvoll um Sohn und Tochter kümmern. Womöglich steigt die Zahl solcher Männer sogar. Doch noch sind sie nicht Legion. Dem hat das Verfassungsgericht Rechnung getragen und befunden, ein Sorgerecht für ihre Kinder können die Ausnahmemänner nur erhalten, wenn die Mutter dem zustimmt.

Damit sind unverheiratete Väter den geschiedenen nicht gleichgestellt. Was nicht automatisch bedeutet, dass es ihren Kindern schlecht ergeht. 80 Prozent der drei Millionen Kinder in Einelternfamilien leben geborgen bei ihren Müttern. Die Eltern unehelicher Kindern haben sich bewusst - und nicht im postkoitalen Gefühlsdelirium - gegen eine Heirat, also dem amtlich beglaubigten Versprechen füreinander und für Kinder Verantwortung zu tragen, entschieden. Das macht den freien Menschen in einer modernen Gesellschaft aus, dass er die ihm entsprechende Lebensform wählen kann. Allerdings mit allen - auch unangenehmen - Konsequenzen, solange ausschließlich die Ehe unter dem besonderen Schutz des Staates steht.

Väter nichtehelicher Kinder werden mit dem Urteil vom Sorgerecht nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Aber sie müssen sich, um es zu erlangen, mit der Mutter ins Benehmen setzen. Das ist vielleicht so unangenehm wie Heiraten, aber keine unbillige Aufgabe für denjenigen, dem das Wohl seiner Kinder am Herzen liegt.


Deutschland: Mütter entscheiden über Sorgerecht für ledige Väter


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Copyright © Frankfurter Rundschau 2003
Dokument erstellt am 29.01.2003 um 18:48:06 Uhr
Erscheinungsdatum 30.01.2003

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