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| TV-Sender: ZDF
(Mainz) |
| Jahr:
2002 |
| Sendung:
ML Mona Lisa |
| Datum: 15.12.02 |
| Autor:
Sibylle
Bassler |
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Info-Quality:
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zur Originalseite |
als
Dokument |
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Familie Haase kämpft
um ihre Kinder
Das Jugendamt
nahm ihnen sieben Kinder weg
ZDF ML Mona Lisa vom 15.
Dezember 2002
Cornelia und Josef Haase
haben sieben Kinder. Aber seit einem Jahr haben sie nichts
mehr von ihnen gesehen. Alle sieben wurden ihnen vom Jugendamt
weggenommen. Das Jüngste, Laura Michelle, holte das
Jugendamt vor einem Jahr von der Neugeborenen-Station ab,
als sie gerade sechs Tage alt war.
von Sibylle Bassler
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Der Albtraum begann mit Cornelias
letzter Schwangerschaft. Um ihre Familie und sich zu entlasten,
beantragte sie beim Jugendamt in Münster eine Haushaltshilfe.
Die Familie müsse dafür jedoch psychologisch begutachtet
werden, erklärte man ihr. Die Haases stimmten zu. Drei
Mal für je anderthalb Stunden kam ein vom Jugendamt
beauftragter Gutachter. Er sprach mit den Eltern und nur
zwei der Kinder. Das genügte ihm bereits, um festzustellen:
"In Obhut der Eheleute Haase ist das Wohl und die Entwicklung
aller Kinder der Familie Haase gefährdet."
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| Psychologe
Christian Wolff |
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Eltern werden übergangen
Für den Gutachter und Psychologen Dr. Wolff ein erschreckendes
Gutachten: "Der Gutachter kennt nur einige dieser sieben
Kinder, hat kaum einen Einblick in die Verhältnisse
und schreibt ein verheerendes Urteil mit zum Teil diffamierenden
Aussagen. Es ist ein äußerst oberflächlich
geschriebenes Gefälligkeitsgutachten."
Dem Jugendamt Münster
reichte dieses Gutachten jedoch, um noch am gleichen Tag
mit dem Segen des Münsteraner Amtsgerichts eine Anordnung
gegen die Haases zu verhängen. Ohne die Anhörung
der Eltern. In dem Beschluss heißt es: "die Kinder
auch gegen den Willen der Eltern und den Willen der Kinder
notfalls unter Anwendung von Gewalt herauszunehmen."
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| Nur die
Fotos sind den Eltern geblieben |
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Kinder sind verschwunden
Doch die Verantwortlichen schweigen, verweigern sich der
Presse, pochen auf ihre Schweigepflicht oder auf Datenschutz.
Selbst zu allgemeinen Fragen wollen sich die Beteiligten
nicht äußern. Seit einem Jahr sind die sieben
Kinder der Haases nun weg. Wohin, wissen die Eltern nicht.
Jeder Kontakt ist ihnen untersagt. Briefe der Kinder voll
Trauer und Schmerz wurden durch die älteste Tochter
heimlich an die Eltern weiter gereicht.
Für ihre Kinder kämpfen
die Haases, legten Beschwerde ein, gingen mit Hilfe der
Aktion Rechte für Kinder bis vor das Bundesverfassungsgericht
in Karlsruhe. Dort war der Beschluss der ersten Instanz,
des Münsteraner Amtsgerichts, zwar zurückgewiesen
worden. Jedoch zurück an genau diese erste Instanz.
Volker Laubert von "Aktion Rechte für Kinder"
hilft den Eltern und weiß: "Es macht nicht viel
Mut, an diese Gerechtigkeit zu glauben, die auch das Wohl
der Kinder auf eine Kindheit gewährleistet. Wenn die
Kinder erwachsen sind, dann ist das Familienleben, das geschützt
werden soll, nicht mehr zu schützen, weil die Familie
nicht mehr existiert. Dann ist es vorbei mit der Kindheit."
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| Haus der
Familie Haase |
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Wir sind doch eine normale
Familie
Der einzige Halt von Josef und Cornelia Haase ist ein von
den beiden Kirchen in Nordwalde zur Verfügung gestelltes
Haus. Der größte Wunsch von Pfarrer Ulf Schlien
für die Haases ist es, dass es für sie wieder
eine Zukunft, eine Chance als gemeinsame Familie gibt. Alles
ist bereit für die Rückkehr der Kinder, liebevoll
haben die Haases die Räume renoviert. Die Zimmer wirken
so, als ob die Kinder nur kurz raus wären. All ihre
Sachen sind zurückgeblieben.
Die Eltern wollen nicht aufgeben,
obwohl sie jede Nacht Albträume haben.
Cornelia Haase hat bereits einmal versucht, Schluss zu machen.
Seitdem ist sie bei dem Psychologen und Kinderarzt Dr. Wolff
in Therapie. Selbst Gutachter, hat er wenig Hoffnung auf
eine Einsicht seitens der Behörden: "Es wird nicht
so sein, dass ein Jugendamt aufgrund neuerer Erkenntnisse
seine Meinung ändert. Das wird durchgekämpft bis
zum bitteren Ende. Da geht es um ganz billige Rechthaberei.
Und die Kinder fallen hinten runter." Für Cornelia
Haase fast unerträglich und unverständlich: "Wir
leben für die Kinder, wir lieben sie über alles.
Wir sind doch eigentlich eine ganz normale Familie."
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Hilfe für Familie
Haase
Wer der Familie helfen möchte, wendet sich an
ARK Aktion Rechte für Kinder
Volker Laubert
Schongauerweg 6
73230 Kirchheim unter Teck
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