TV-Bericht
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TV-Sender: RTL
Jahr: 2003
Sendung:Die Große Reportage
Datum: 09.02.2003
Autor: Andrea Schönhuber
Sendezeit: 23:10 Uhr
 
Info-Quality:
 
 

weiter Hintergrundinformationen (AZ-Media)

Die Sorgerechtsfrage - Im Streitfall gegen den Vater

Scheiden tut weh - und liegt 'im Trend'. Immerhin werden rund 35 Prozent der deutschen Ehen wieder geschieden. 197.500 Scheidungen gab es allein im Jahr 2001. Leid tragende sind immer die Kinder, die den Verlust der intakten Familie nur schwer verarbeiten können und die mit der Scheidung oft einen Elternteil - meist den Vater - verlieren. Denn auch wenn grundsätzlich beiden Elternteilen das Sorgerecht zusteht - im Streitfall entscheiden die Gerichte meist zu Gunsten der Frau. Dazu kommt, dass das deutsche Familienrecht die Vaterschaft unverheirateter Väter noch unzureichender schützt: Sie haben keinerlei Anspruch auf Sorgerecht. Die Reportage begleitet Väter bei ihrem verzweifelten Kampf um das Sorgerecht ihrer Kinder. Väter, die sich um ihre Kinder kümmern wollen, aber nicht dürfen. Väter, die oft Jahre kämpfen müssen, um ihre Kinder wenigstens nur sehen zu dürfen. Denn nicht selten geht der Kindesentzug bis hin zur Kindesentführung.

Frank A. ist verzweifelt. Er hat seine heute fünfjährige Tochter Emma seit anderthalb Jahren nicht mehr gesehen - obwohl ihm der Umgang eigentlich rechtlich zusteht. September 2000: Seine damalige Lebensgefährtin Diana S. zieht mit der Tochter aus der gemeinsamen Wohnung aus. Sie hat einen neuen Mann gefunden, verspricht aber dem Vater ihrer Tochter, dass er sie sehen könne, wann immer er wolle. Anfangs funktionierte die Regelung reibungslos. Von Mitte Februar bis Ende März 2001 lebt Emma sogar ganz bei ihrem Vater. Die Mutter macht gerade eine Umschulung und hat wenig Zeit. Doch dann will das Kind plötzlich beim Vater bleiben. Die Mutter reagiert drastisch. Am 3. April 2001 verschwindet sie mit der Tochter spurlos. Seitdem fahndet Frank A. nach seinem Kind. Jetzt endlich hat er Anhaltspunkte wo die Mutter sich aufhalten könnte. Eine verzweifelte Suche nach seinem Kind beginnt.

Dass der Streit ums Sorgerecht auch nicht vor Prominenten Halt macht, zeigt der Fall von Matthieu Carrière. 'Wir sind das einzige Land der Welt, wo noch Mutterrecht herrscht', sagt der Schauspieler. Vor Gericht musste er schon zwei Mal bei zwei Töchtern von unterschiedlichen Müttern darum kämpfen, dass er seine Kinder regelmäßig sehen kann. Mit Erfolg, doch weil die Mutter seines zweiten Kindes von Hamburg nach Venedig zog, musste er sich dort eine Zweitwohnung nehmen, um sein Kind regelmäßig sehen zu können.

Doch der Kampf um Kinder kann auch ganz anders geführt werden. Nach anfänglichem Streit ums Sorgerecht konnten sich Christian B. und Cornelia M. zum Wohle ihrer fünf gemeinsamen Kinder einigen: Immer abwechselnd für jeweils zwei Tage ziehen die Kinder zur Mutter und dann zum Vater. 'So erziehen wir die Kinder wirklich gemeinsam, und ich bin kein Wochenend-Papa geworden', meint Christian B. Doch die ungewöhnliche Regelung hat ihre Tücken. 'Das ist logistisch nicht immer ganz leicht. Die Kinder müssen ihre Klamotten mitnehmen und vermissen oft ihr Spielzeug, das gerade in der jeweils anderen Wohnung liegt', sagt die Mutter. Wie die Eltern ihren Alltag mit ihren 'geteilten' Kindern meistern, zeigt die Reportage.

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