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BUCH / Hilfreicher
Scheidungsratgeber von Männern für Männer Aus der Familie gedrängt und zum Zahlen
verdonnert
Immer noch
sind es hierzulande meist die Männer, die die Familie
versorgen. Und im Falle einer Trennung sind sie auch
diejenigen, die zahlen müssen. Ein Scheidungs-Ratgeber, den
Männer für Männer geschrieben haben, kann helfen. Nicht nur in
finanziellen Angelegenheiten.
GUDRUN SOKOL
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HAMBURG Monate- oft sogar jahrelanger Streit, dann
der Auszug eines Partners, das Trennungsjahr, irgendwann der
Scheidungstermin, der Streit um das Sorgerecht für die Kinder,
die Unterhaltsfrage . . . - am Ende einer Ehe glaubt so
mancher Mann am Ende seines Lebens zu stehen: die Frau weg,
die Kinder scheinbar verloren, und zahlen muss er, bis ihm
schlimmstenfalls nur noch ein so genannter Selbstbehalt von
knapp 800 Euro im Monat bleibt. So mancher fühlt sich
alleingelassen mit all seinen Sorgen. Ist er
nicht. Immerhin wird inzwischen mehr als jede dritte Ehe in
Deutschland geschieden. Und in den meisten Familien sind die
Rollen immer noch traditionell verteilt. Demzufolge ist es
meist der Mann, der als Unterhaltspflichtiger laut Gesetz
alles tun muss, um Geld zu verdienen. Notfalls kann ihm sogar
ein Orts- oder Berufswechsel zugemutet werden. Die Frage, ob
die Frau arbeiten muss, wird im Gesetz dagegen nur sehr
allgemein beantwortet: "wenn dies von ihr nach ihren
persönlichen Verhältnissen erwartet werden
kann". Im "Scheidungsratgeber von Männern für
Männer" sind Dutzende Musterfälle zur Unterhaltsfrage
aufgeführt: Wie viel steht den Kindern zu, wie viel der
Mutter? Was, wenn die Mutter wieder heiratet? Auch zum
Umgangs-und Sorgerecht - nach der Unterhaltsfrage häufigster
Streitpunkt bei Geschiedenen, die gemeinsame Kinder haben -
sind typische Fälle aufgeführt. Etwa, wenn sich die Frau nicht
an das Umgangsrecht hält, die Kinder am Wochenende nicht
hergibt und Krankheiten vortäuscht. Dass Kinder ihre Väter
brauchen, steht für die Autoren außer Frage. Wie auch für
Psychologen: Deren Erfahrung zufolge können insbesondere
Jungen durch eine fortwährende Herabsetzung des Vaters durch
die Mutter Schwierigkeiten bekommen, eine gefestigte
Männlichkeit zu entwickeln. Der Ratgeber belegt
an Beispielen, wie Gerichte in Streitfällen entscheiden. Die
Autoren verweisen gleichwohl auf sanfte Schlichtungsversuche:
Sie listen Musterbriefe an die Ex-Gattin auf und schlagen
Formulierungen vor, die Positionen klar machen, ohne den
anderen unnötig aufzuregen. Vor allem aber raten sie dringend
davon ab, sich von seinen verletzten Gefühlen leiten zu
lassen. Ratsuchende finden mit dem Buch einen Begleiter durch
eine belastende Zeit: vom Scheitern einer Ehe über die
Trennung von Tisch, Bett und Konto, Steuer-, Unterhalts- und
Umgangsfragen bis hin zu den Scheidungsformalien und
-kosten. Zulauf bei
"Mediatoren" Im Anhang findet sich nebst
Kontakt-Adressen der Verweis auf die Möglichkeit einer
außergerichtlichen Einigung. So genannte Mediatoren, die nicht
nur juristisch, sondern zudem therapeutisch ausgebildet sind,
bekommen in Deutschland immer mehr Zulauf. Ohne Anwalt und
Richter sollen getrennte Ehepartner bei den Vermittlern
konstruktiv miteinander reden und Abmachungen
treffen. Dennoch: Der Alltag von
Familienrichtern, Scheidungsanwälten und Psychologen zeigt,
dass die meisten Trennungen alles andere als friedlich
verlaufen und dass sich die Männer am Ende oft benachteiligt
fühlen. Umso bedeutender kann ein guter Ratgeber sein. Eine
kleine Investition, die sich lohnt - schließlich ist eine
Scheidung nicht zuletzt auch eine
Kostenfrage. · Christian Buchholz
und Peter Loycke, Scheidungsratgeber von Männern für Männer,
Rowohlt-Verlag, Hamburg, 190 Seiten, 8,90
Euro.
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Erscheinungsdatum: Samstag 01.03.2003 |
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